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HERKUNFT UND BEDEUTUNG
DER SPIRITUALS UND GOSPELS


Spirituals sind die Songs der schwarzen Sklaven in Amerika. Getrennt von ihren Familien, tausende Kilometer entfernt von zu Hause fanden sich diese Sklaven nach langen und gefährlichen Schiffsreisen, die nur ein Teil der Gefangenen überlebte, in einem fremden Land wieder. Dies durchlitten sei 1619 mehrere Millionen Männer, Frauen und Kinder aus verschiedenen Gegenden Westafrikas, von verschiedenen Stämmen und Familien.

Unter fremden Menschen, die die Sklaven auf ihren Baumwoll- und Zuckerrohrplantagen tagein tagaus in drückender Hitze und winterlicher Kälte nur für Essen und ärmliche Unterkunft arbeiten ließen, gab es für die Schwarzen nur wenig Gelegenheit, Ruhe zu finden und sich an seine Herkunft, seine Traditionen und Religionen zu erinnern. Nur wenig davon konnte an die folgenden Generationen weitergegeben werden. Einen gemeinsamen Halt und Hoffnung fanden die schwarzen Sklaven ironischerweise gerade in der Religion der weissen Unterdrücker. Der Christliche Glaube mit der Guten Nachricht vom Gott der Liebe und des Vergebens, obwohl nur selten von den Weissen vorgelebt, bildete die Basis für die Art der Musik, die noch heute so vielen Menschen Kraft gibt.

Vor allem Begebenheiten aus dem Alten Testament dienten als Grundlage für unzählige Spirituals, von denen einige Hundert bis heute überliefert sind. Besonders das Schicksal des Volkes Israel in der Sklaverei in Ägypten bot viele Parallelen zur Situation der Sklaven in Amerika. Die Spirituals gelten als die einzigen original in Amerika entstandenen Volkslieder. Wie auch bei unseren mitteleuropäischen Volksliedern ist es nicht möglich, den Komponisten für ein bestimmtes Lied zu benennen. Vielmehr ist es wahrscheinlich, dass Musiker einen Song schufen, ein anderer Sänger den Song hörte und weitertrug, dabei seine eigene Interpretation einbrachte und dadurch die Versionen von Songs entstanden, die wir heute kennen.

Nach afrikanischer Tradition entstanden die amerikanischen Spirituals hauptsächlich durch Improvisation und Variation eines schon existierenden Songs. Die Melodien dienten oft “nur” als Mittel, um einen Text zu transportieren. Sie sind deshalb häufig so stark vom Text abhängig, dass sie von einer Strophe zur anderen sehr variieren können.

Ein weiteres Charakteristikum des Gesangstils der Spirituals ist der “Call and Response”, also Ruf eines Vorsängers und Antwort des Chores oder der Gemeinde, was sich auch aus der afrikanischen Tradition des Singens herleiten lässt.

In Afrika wurden die Geschichte, Kultur und Religion über Jahrhunderte von Mund zu Mund weitergegeben und bewahrt. Und auf die gleiche Weise erhielten die schwarzen Sklaven Amerikas die Kultur der Spirituals über die Jahrhunderte am Leben. Die Spirituals wurden von Mund zu Mund über viele Generationen weitergegeben. Dabei sind die Songs immer wieder verändert worden, Melodien wurden abgewandelt, neue Strophen kamen hinzu, andere gerieten in Vergessenheit. Mit dem Ende des Bürgerkrieges um 1870 begann eine neue Zeit. Der Süden der Vereinigten Staaten von Amerika mit seiner auf Landwirtschaft basierenden und von Sklaverei abhängigen Wirtschaft verlor gegen den vor allem durch leistungsfähige Industrie mächtigen Norden, in dem die Sklaverei abgeschafft war.

Etwa 4 Mio. Sklaven wurden offiziell freigelassen und waren nun voller neuer Hoffnung. Aber viel änderte sich nicht für sie. Abgesehen davon, dass sie vor dem Gesetz “frei” waren, blieben die ärmlichen Lebensbedingungen die gleichen. Ein großer Teil der ehemaligen Sklaven begann in den Norden auszuwandern um dort ihr Glück zu finden. Durch die große Konkurrenz zu weissen Arbeitssuchenden gestalteten sich die Beziehungen zwischen Schwarz und Weiß aber alles andere als entspannt.

In dieser Zeit und unter diesen Bedingungen kamen die ersten Gospelsongs auf. Es werden der traditionelle (etwa seit 1870 bis ind die 50er Jahre entstanden) und der zeitgenössische oder “Contemorary” Gospelsong (seit den 60ern bis heute) unterschieden. Viele der bekanntesten Gospelmusiker begannen ihre Karriere mit Bluesinterpretationen und umgekehrt. Gerade die musikalische Nähe zum Blues machte es der Gospelmusik am Anfang sehr schwer, in den konservativen Kirchen Einzug zu halten, wurde sie doch von hohen kirchlichen Würdenträgern anfangs als “Musik des Teufels” bezeichnet. Schließlich konnten sich solche Meinungen aber nicht gegenüber der Kraft, die diese Musik auf die Christen ausstrahlte, durchsetzen.

Während die Spirituals meist unbegleitet, a cappella, erklangen, wurden die Gospelsongs durch Instrumente unterstützt. Anfangs nur mit Klavier und Tambourin, später dann mit Orgel, Gitarren und Drums.

Seit den Zeiten der Bürgerrechts- und Friedensbewegung in den 1960er Jahren erfüllten Gospelsongs immer mehr die Funktion, die Einigkeit und Entschlssenheit der Protestierenden gegen Krieg und Unrecht in der Welt zu artikulieren. So wurde z.B. das Lied “We shall Overcome” geradezu die Hymne der Friedensbewegungen weltweit.

Musik der Hoffnung

Gospelmusik lässt sich am besten als vertontes Evangelium übersetzen. Nahezu alle Musik – vor allem aber Gospel – die ursprünglich von den Schwarzen Amerikas gemacht wurd und wird, ist Musik gegen Unterdrückung und Diskriminierung. Die Stücke drücken in ihren Texten Hoffnung aus, Hoffnung, dass sich etwas ändert, Hoffnung, dass Hass und Diskriminierung ein Ende haben werden. In die deutsche Sprache übersetzt bedeutet Gospel nichts anderes als Evangelium, Frohe Botschaft.



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